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Rund ums Ruhrgebiet

6 Tage mit dem Fahrrad kreuz und quer durch das Ruhrgebiet. Unterwegs auf dem Ruhrradweg und der Route der Industriekultur. Vor Jahren sah ich eine Reportage, in der das Ruhrgebiet als fahrradfreundlich und grün bezeichnet wurde. Ich selber hatte allerdings noch die Bilder vom dreckigen, stinkenden Kohlenpott im Auge, wo alles hässlich ist und wo man Wäsche niemals draußen aufhängen darf. Ein guter Grund sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Meine Erwartungen sind immer recht hoch, aber das Ruhrgebiet hat sie tatsächlich übertroffen. Ich war mehr als begeistert. Es ist hier einfach nur schön, grün, grün, grün. Es gibt unglaublich viele wunderschöne Radwege, auch mitten in den Städten. Besonders die zum Radweg umgebauten Bahntrassen lassen einen nicht merken, dass man gerade durch einen der am dichtesten besiedelten Ballungsraum Deutschlands fährt. Lediglich die zahlreichen Autobahnen, Eisenbahnen und Wasserstraßen lassen die große Bevölkerungsdichte vermuten. Großstadtcharakter sucht man jedoch vergebens. Ich habe eine sehr grüne, oft eher ländliche Gegend entdeckt. Grün ist die Farbe mit der ich das Ruhrgebiet als erstes beschreiben kann, und nicht zu vergessen sind die Menschen. Sehr offen und freundlich, offener als hier im Bremer Umland. Ich hatte jeden Tag Kontakt mit Menschen. Da war z.B. die Geschichte der älteren Dame im Nordsternpark, die vom Leben im damaligen Ruhrpott erzählte, oder das junge aus dem Irak geflüchtete Mädchen, das von Bombenangriffen und dem jetzigen Leben in Gelsenkirchen Ückendorf (einem Problemstadtteil) berichtete, oder der Ornithologe an der Ruhr, der mir viel über die Ansiedlung und Probleme der vielen Kanadagänse erzählt hat. Nicht zu vergessen die  Motorradrockern aus Dortmund, die über das miteinander der einzelnen Städte erzählten ("Wat willste denn da?, da is et kacke"). 

Gestartet bin ich in Haltern am See. Von dort entlang des Wesel-Datteln Kanals bis Datteln, dann weiter entlang des Rhein-Herne Kanals Richtung Gelsenkirchen und bis nach Duisburg. Dazwischen Abstecher Richtung Bochum und Essen. Von Duisburg entlang des Ruhrradweges über Mühlheim, Essen-Kettwig, Hattingen, Wetter bis nach Dortmund.

 

Streckenlänge 400 km mit 3500 Höhenmetern.

Gefahren in 6 Etappen:

Haltern am See - Waltrop 

Waltrop - Gelsenkirchen   

Gelsenkirchen - Duisburg 

Duisburg - Hattingen       

Hattingen - Dortmund       

Dortmund - Dortmund       

 

 

Nun ein paar Impressionen des Ruhrgebietes mit seiner abwechslungsreichen Kulisse:


Dortmund Ems und Wesel Datteln Kanal

Wesel Lippe Kanal und Fachwerk in Waltrop

Ländliches und Industrie dicht zusammen. Der Datteln-Hamm Kanal endet bei Datteln am Schiffshebewerk Henrichenburg.

Schiffshebewerk Henrichenburg

Emscher Radweg parallel zum Rhein Herne Kanal in Richtung Herne

Schloss Strünkede und Innenstadt in Herne

Industrie am Rhein Herne Kanal

Stadtteil Crange in Herne

Die Erzbahntrasse (ein Radweg auf alten Bahnstrecken) beginnt am Rhein Herne Kanal mit der Brücke Grimberger Sichel in Gelsenkirchen und endet nach 11 km in Bochum mit der Erzbahnschwinge vor der Jahrhunderthalle. Die Strecke führt entlang alter Industrie aber überwiegend im Grünen, abseits von jeglichem Verkehr.

Jahrhunderthalle, Innenstadt und das Bergbau Museum in Bochum

Zeche Hannover in Bochum und Halde Rheinelbe von Gelsenkirchen

Von der Halde Rheinelbe mit der Himmelstreppe hat man einen wunderbaren Blick auf das Ruhrgebiet um Gelsenkirchen, Bochum und Essen.

Der Blick von dieser, wie auch von anderen Halden ist immer grün. Links und Mitte Blick Richtung Gelsenkirchen, Rechts Blick Richtung Herne.

Veltins Arena und Fanmeile auf Schalke.

Norsternpark auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Nordstern in Gelsenkirchen mit dem Herkules auf dem ehemaligen Förderturm.

Industrie am Rhein Herne Kanal

Zeche Zollverein in Essen. Ein frei zugängliches Museum. Eintritt kostet nur das Museum.

Im Ruhrgebiet gibt es unzählige Radwege, die abseits des Verkehrs liegen. Entweder auf alten Bahntrassen oder durch Parkanlagen. Rechts das Bild einer typischen Arbeitersiedlung.

Schurenbachhalde zwischen Gelsenkirchen und Bottrop.

Tetraeder auf der Halde Beckstraße in Bottrop. Blick auf das Alpincenter Bottrop. Blick Richtung Halde Haniel an der Grenze zwischen Bottrop und Oberhausen. Arbeitersiedlung in Bottrop.

Der tanzende Strommast in Oberhausen und Burg Vondern in Oberhausen.

Kanadagänse am Centro Oberhausen. Rhein Herne Kanal und Gasometer am Kanal in Oberhausen.

In Duisburg Marxloh weht einem noch der alte Geruch des Kohlenpotts um die Nase, dank der letzten großen aktiven Stahlindustrie im Nordwesten von Duisburg.

Am Rhein vom Alsumer Berg kommend am Rheinradweg.

Und wieder ein Radweg durchs Grüne mit Ziel Landschaftpark Duisburg. Mein absoluter Favorit auf der Tour, da ebenfalls freigänglich und durch die auf dem Gelände befindliche Jugenherberge kann man den ganzen Tag, sowie nachts durch den Park schlendern.

Das Highlight diesess Parks ist die frei zugängliche Besteigung des ehemaligen Hochofen 5 bis auf die höchste Ebene in 75m Höhe.

Technik zum anfassen. Man kann sich gut vorstellen, wie dieser Ofen früher gelebt hat.

Links oben das Krokodil, welches zur Befüllung der Tagesbunker diente.

Nachts wir es im Park besonders spannend, wenn viele Bereiche illuminiert sind

Am nächsten Tag geht es weiter, ein Stück entlang des Rheins bis in Duisburg die Ruhr abzweigt.

Der Poseidon Duisburgs grüßt die Rheinschiffer an der Ruhrmündung. Auf den Spuren Schimmis. Duisburg Innenstadt mit der imposanten Salvatorkirche.

Weiter geht es auf dem Ruhrtalradweg.

Ruhr bei Essen Kettwig. Auch Nilgänse sieht man ab und an.

Villa Hügel der Familie Krupp oberhalb des Baldeneysee.

Waren am Rhein Herne Kanal schon recht viele Kanadagänse unterwegs, sind es an der Ruhr schon fast massenhaft Gänse, die gerade ihre Jungen großziehen. Aber auch schwarze Schwäne und Kormorane sieht man hier.

Zeche Carl Funke in Essen. Man kann froh sein, wenn die Gänse überhaupt mal den Radweg frei machen. Bunter Strommast am Holteyer Hafen in Essen.

Vom Holteyer Hafen bis Hattingen ist die Ruhr besonders idyllisch.

Langsam tauchen die ersten Relikte historischen Bergbaus auf. Burg Blankenstein in Hattingen.

Kemenader See und die Burgruine in Herbede.

Das Muttenbachtal unterhalb von Witten ist Zeugnis aus vielen Jahrhunderten Ruhrbergbau. Hier wo die Kohle fast an der Oberfläche liegt, (am Nordrand des Ruhrgebietes liegt sie in etwa 700m Tiefe) begann der Kohlenbergbau zu Beginn des 19 Jhdt. 

Solche Wagen wurden früher mit der Hand geschoben. Das Bild unten links zeigt die Lage der Kohleflöze in dieser Gegend.

Neben der Zeche Nachtigall sieht man die etwa 30 cm mächtige Kohleschicht wunderbar im Aufschluss.

Das Bergerdenkmal in Witten. Ein schöner Aussichtspunkt auf die Ruhr.

Der Harkortsee zwischen Hagen, Herdecke und Wetter. Ruine Hohensyburg in Dortmund.

Blick von der Ruine Richtung Hagen.

Kaiser-Wilhelm Denkmal auf der Hohensyburg.

Phoenixsee in Dortmund mit dem "Thomas Konverter". Burg Hörde und der Florian, Dortmunds Fernsehturm.

Signal Iduna Park in Dortmund und Innenstadt. 

Förderturm der Kokerei Hansa in Dortmund. Dortmund-Ems Kanal. Schloss Westhusen und Zeche Westhusen in Dortmund.

Schloss Bodelschwingh in Dortmund, Halde Schwerin mit der Sonnenuhr in Castrop-Rauxel. Naturidylle zwischen Castup und Dortmund.

Zeche Zollern und das Hochofenwerk Phoenix West in Dortmund.

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Kommentare: 2
  • #1

    Kinkel Hans-Raimund (Samstag, 22 Dezember 2018 14:02)

    Tolle, abwechslungsreiche und kontrastreiche Eindrücke dieser großen Fahrradtour. Lohnt sich offensichtlich. Vielen Dank für die vielen Fotos! Habe gerade etwas über den Ruhr-Radweg auf www.reisepilot.de veröffentlicht - die Aussichten auf 2019.

  • #2

    Hans Araujo (Dienstag, 15 Februar 2022 22:19)

    Du beschreibst Deine Tour de Ruhr genau so wie ich es auch gesehen habe. Tolle Radwege, nette Menschen u d unheimlich grün.
    Das kann man nur erleben wenn man zu Fuss ist oder mit dem Rad.